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| Europäische Wirtschafts- und Währungsunion |
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| Leitung |
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| Prof. Dr.
Martin Selmayr, Brüssel/Passau |
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| Forschungsthemen |
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| Der Euro ist heute die gemeinsame Währung
von 17 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Zuletzt hat
Estland den Euro zum 1. Januar 2011 eingeführt.
Zwar ist die Einführung einer einheitlichen Währung
und der Übergang zu einer gemeinsamen Geld- und Wechselkurspolitik
primär ein ökonomischer Vorgang. Die Europäische
Wirtschafts- und Währungsunion ist aber zugleich ein bedeutsames
rechtliches Ereignis, da sie nach Maßgabe des EG-Vertrags
in der Fassung des Vertrags von Maastricht errichtet worden ist
und bis heute ganz entscheidend von den Vorgaben des Europäischen
Unionsrechts bestimmt wird. Der Euro ist deshalb ein Geschöpf
der Unionsrechtsordnung. Geld- und Wechselkurspolitik gehören
dabei zu den am stärksten "vergemeinschafteten"
Politikbereichen in der Europäischen Union. Zugleich hat
der besondere, durch den Vertrag von Maastricht für die WWU
geschaffene Rechtsrahmen erhebliche verfassungsrechtliche Auswirkungen
auf Zielsystem, Organisationsstruktur und Differenzierung der
gesamten Europäischen Union, die mit dem Vertrag von Lissabon
teils konsolidiert, teils weiterentwickelt werden.
Das CEP befasst sich aus diesem Grund schwerpunktmäßig
mit folgenden Fragen aus dem Recht der Wirtschafts- und Währungsunion:
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- In welchem rechtlichen Verhältnis steht die unabhängige
Europäische Zentralbank (EZB) zu den Organen und Einrichtungen
der Europäischen Union?
- Überwiegen bei der Zuständigkeitsverteilung zwischen
den Organen der EZB (EZB-Rat, EZB-Direktorium, Erweiterter Rat
der EZB) und bei der Aufgabenverteilung zwischen EZB und nationalen
Zentralbanken im Europäischen System der Zentralbanken
(ESZB) zentrale oder dezentrale Elemente?
- Wer haftet bei Rechtsverletzungen im Rahmen der Durchführung
von Maßnahmen der EZB durch die nationalen Zentralbanken
der Euro-Teilnehmerstaaten (z.B. die Bundesbank oder die Österreichische
Nationalbank)? Die jeweilige nationale Zentralbank oder die
EZB?
- Darf die EZB die Durchführung der von ihr beschlossenen
Politiken nur einer Gruppe von nationalen Zentralbanken anvertrauen
(sog. Spezialisierung)?
- Welche Kompetenzen hat die EZB gegenüber natürlichen
und juristischen Personen, insbesondere bei der Anwendung der
Mindestreserveverordnung und der Sanktionenverordnung?
- Ist die EZB bei ihren Rechtshandlungen an die Vorgaben des
EG-Wettbewerbsrechts (Kartellrecht, Beihilferecht) gebunden?
- Welche rechtlichen Folgewirkungen hat die Wirtschafts- und
Währungsunion auf Eigentümerstruktur, interne Organisation
und Beschäftigungsbedingungen nationaler Zentralbanken?
- Welche Rechtsstellung haben die noch nicht am Euro teilnehmenden
Mitgliedstaaten und ihre Zentralbanken im Rahmen der wirtschafts-
und währungspolitischen Bestimmungen des EU-Vertrags, des
AEU-Vertrags und der ESZB-Satzung?
- Welche rechtlichen Optionen gibt es für eine Verlagerung
von Befugnissen der Finanzmarktaufsicht auf die Unionsebene
(insbes. auf die EZB, eine oder mehrere Europäische Finanzmarktagenturen
oder ein Europäisches System der Finanzmarktaufsichtsbehörden)?
- Welche rechtlichen Möglichkeiten und Grenzen bestehen
nach den Verträgen, um im Gefolge der globalen Finanz-
und Wirtschaftskrise einem Mitgliedstaat (Euro-Teilnehmerstaat
wie Mitgliedstaat mit Ausnahmeregelung) finanziellen Beistand
in Notsituationen zu leisten? In welchem Verhältnis stehen
Art. 122, 125 und 143 AEUV?
- Ist die Europäische Union rechtlich befugt, eine Unionsanleihe
("Euro-Bond") zu begeben?
- Ist es einem Staat außerhalb der Europäischen Union
(z.B. Island) erlaubt, seine nationale Währung durch den
Euro zu ersetzen? Welche völker- und unionsrechtlichen
Regeln wären für eine solche "Euroisierung"
zu beachten?
- Ändert oder bestätigt der am 1. Dezember 2009 in
Kraft getretene Vertrag von Lissabon (Reformvertrag) die verfassungsrechtlichen
Grundlagen der Wirtschafts- und Währungsunion?
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| Aktuelle Veröffentlichungen zum Recht
der Wirtschafts- und Währungsunion unter Mitwirkung des CEP |
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- Monographien
- "The Law of the European Central Bank", Oxford
2001 (268 Seiten), von Chiara Zilioli und Martin Selmayr,
mit einem Vorwort von EZB-Vizepräsident Christian Noyer.
- "Das Recht der Wirtschafts- und Währungsunion
– Erster Band: Die Vergemeinschaftung der Währung",
Baden-Baden 2002 (488 Seiten) von Martin Selmayr.
- "La Banca centrale europea", Mailand 2007 (619
Seiten), von Chiara Zilioli und Martin Selmayr. Mit einem
Vorwort von Tommaso Padoa-Schioppa, Wirtschafts- und Finanzminister
Italiens.
- Wissenschaftliche Aufsätze
- "The Constitutional Status of the European Central
Bank", Common Market Law Review 2007, S. 355-400, von
Chiara Zilioli und Martin Selmayr.
- "Darf die EZB den Wechselkurs des Euro stützen?",
Europablätter 2000, S. 209-211, von Martin Selmayr.
- Buchbeiträge
- "Recent Developments in the Law of the European Central
Bank", in: Eeckhout, Piet/Tridimas, Takis (Hrsg.),
Yearbook of European Law 2006, S. 1-89, in Zusammenarbeit
mit Dr. Chiara Zilioli, Leiterin der Abteilung Institutionelles
Recht der Europäischen Zentralbank.
Volltext
(externes pdf-Dokument)
- "Die Europäische Zentralbank", in: Weidenfeld,
Werner/Wessels, Wolfgang (Hrsg.), Jahrbuch der Europäischen
Integration 2009, Baden-Baden 2009, S. 93-102, von Martin
Selmayr.
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| WWU-Projekte 2010 |
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- Geplante Publikationen
- Das Recht der Wirtschafts- und
Währungsunion, Teil II
Juristisches Grundlagenwerk zu den Folgen der Wirtschafts-
und Währungsunion für die Verfassungsstruktur
der Europäischen Union zwischen Maastricht und Lissabon.
Geplantes Erscheinungsdatum: Anfang 2011.
- Die Europäische Zentralbank
— aktuelle Entwicklungen 2010
Beitrag für das Jahrbuch der Europäischen Integration
2010. Geplantes Erscheinungsdatum: Ende 2010.
- Lehrveranstaltungen
- Vorlesung Europäisches
und Internationales Finanzmarkt-, Währungs- und Zentralbankrecht
2-tägige Vorlesung für Postgraduierte an der Universität
Passau am 28./29. Januar 2010.
- Vorlesung "The Law of Economic
and Monetary Union"
4 -tägiger Kurs im Rahmen des LL.M.-Studiengangs des
Europa-Instituts (Sektion Rechtswissenschaften) der Universität
des Saarlandes in englischer Sprache. Dezember 2010/Februar
2011, mit Klausur im März 2011.
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| Weblinks zum Recht der Wirtschafts und
Währungsunion |
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